Traumberuf Flugbegleiter/in #1 | Wie werde ich Flugbegleiter/in?

Kaffee in Italien, schwimmen in Miami und shoppen in New York. Flugbegleiter kann je nach Airline wirklich immer noch ein Traumberuf sein. Umso mehr bin ich dankbar dafür, dass ich mich nun schon seit ein paar Jahren Flugbegleiterin bzw Stewardess nennen darf. Flugbegleiter sind keineswegs nur „Saftschubsen“ oder „Kellner der Lüfte“. Was viele nicht wissen: wir sind in erster Linie für eure Sicherheit da! Wir sind darauf trainiert euch im Notfall lebendig aus dem Flugzeug zu bekommen. Wenn man so möchte sind wir Feuerwehr, Security, Krankenschwestern, Trostspender, Kellner und und und in einem. Eben alles was man braucht, in der Luft aber nicht immer zur Verfügung hat. Der Service ist da nur ein schöner Nebeneffekt. Flugbegleiter ist eigentlich ein Beruf, den man zum Glück nie wirklich ausüben muss.

Aber wie wird man überhaupt Flugbegleiterin, werde ich immer wieder gefragt?

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Das kommt auf die Airline an.

Teilweise muss man sich online bewerben, teilweise per Post, neuerdings gibt es sogar Flugbegleiter Castings.

Ich war bisher bei zwei Airlines beschäftigt und kann euch meine Erfahrung über zwei verschiedene Bewerbungsverfahren mitteilen.

Zu den Castings habe ich leider keine Erfahrung, da ich mich „klassisch“ beworben habe. Infos und Castingtermine gibt es aber dazu auf den Websites der Airlines.

Das Mindestalter beträgt 18 Jahre und je nach Airline sollte man mind. 160cm groß sein (kann von Airline zu Airline verschieden sein). Man muss Deutsch und Englisch fließend sprechen und darf zB auch keine sichtbaren Tattoos oder Piercings haben. Auch schwimmen muss man können. Es gibt noch viele weitere Anforderungen, welche ihr bei der jeweiligen Airline nachlesen könnt.

Bei kleineren Airlines bewirbt man sich in der Regel per Post bzw per Email. Nach Prüfung der Bewerbung ist der nächste Schritt die Einladung in zB ein Hotel zum Assessment Center. Dort erfolgen kleinere Gruppenübungen, um die Teamfähigkeit zu testen, eine kleine Vorstellrunde und danach Einzelgespräche, teilweise auch auf Englisch. Nach ein paar Tagen erhält man dann entweder eine Zu- bzw Absage.

Bei größeren Airlines (Beispiel Lufthansa) bewirbt man sich zB über Online Portale oder Castings. Bei der Online Bewerbung muss man sich zunächst registrieren und ein Profil inklusive Bewerbung anlegen.

Erfüllt man die erforderlichen Anforderungen wird man gebeten innerhalb von 10 Tagen einen Online Test zu machen, inklusive Service Test und Englisch Test. Nach Bestehen dieser Tests erfolgt die Einladung zum Assessment Center.

Beim Auswahltag vor Ort muss man, wie auch die anderen Bewerber, einen Englisch Test, ein englisches Einzelgespräch und ein psychologisches Gespräch mit eventuellem Rollenspiel absolvieren.

Nach ein paar Stunden/Tagen erhält man dann eine Zu- bzw Absage und wird aufgefordert seinen Schulungstermin zu buchen. Bevor man jedoch die Schulung antreten kann, muss man eine ZUP (Zuverlässigkeitsüberprüfung) beantragen und das sogenannte Medical, eine medizinische Tauglichkeitsuntersuchung, bestehen.

Hat man all das bestanden steht der 12 wöchigen Schulung nichts mehr im Wege. Dort lernt ihr Evakuierungsverfahren, wie man ein Feuer löscht, wie man in der Wildnis überlebt, wie man auf hoher See überlebt, wie man mit einer Entführung/Bombendrohung umgeht, Erste Hilfe Themen, ja sogar wie man Kinder zur Welt bringt, wie man mit verschiedenen Kulturen umzugehen hat und wie man einen guten Service leistet.

Zu Guter Letzt muss noch gesagt sein: das „Jet Set“ Leben hat man nur bei den größeren Airlines. Bei kleineren Airlines fliegt man oftmals hin und sofort wieder zurück oder übernachtet in Deutschland.

Ich kann euch wärmstens die Lufthansa empfehlen. Das Flugbegleiter-Karriereportal der Lufthansa findet ihr unter: www.be-lufthansa.com

Auch wenn ihr nicht vorhabt Flugbegleiter zu werden, hoffe ich, dass der Post trotzdem interessant für euch war.

Vielleicht hattet ihr ja auch immer nur das Bild, dass wir nur da sind um „Saft zu schubsen“? Falls ihr weitere Fragen habt oder Anregungen für einen nächsten Post zu meinem Beruf, teilt es mir gerne in den Kommentaren mit. 

*Bitte beachtet, dass Bewerbungsverfahren sich ständig ändern und nicht mehr wie oben beschrieben stattfinden müssen, daher informiert euch immer am Besten auf der Website der Airline. Ich schildere euch nur die Erfahrung, die ich gemacht habe.

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23 Gedanken zu “Traumberuf Flugbegleiter/in #1 | Wie werde ich Flugbegleiter/in?

  1. FiosWelt schreibt:

    Das erklärt jetzt natürlich auch den Namen deines Blogs viel besser 🙂 Ich finde es bewundernswert, wenn jemand als Stewardess arbeitet, für mich wäre das Kein Job. Es ist natürlich auch die Frage wie gut man das später mit Familie verbinden kann. Am meisten freut es mich, dass du da deinen Traumjob gefunden hast 🙂 Vielen Dank für den informativen Post, ich würde gerne mehr dazu lesen, wie der Job so aus deiner Sicht ist 🙂

    Liebe Grüße,
    Fio

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  2. Jingeljangel schreibt:

    Super Interessanter Bericht
    Wow, dein Job ist ganz schön vielseitig. Als ‚Saftschubse‘ habe ich Euch nie betrachtet. Hahaha!!! Aber ehrlich gesagt auch nicht gedacht, dass die ganze Bewerbungsphase so hart ist.
    Auf jeden Fall finde ich Deinen Job richtig interessant, ich wollte früher auch gerne Stewardess werden, habe mich aber dann für einen eher ‚langweiligeren Job‘ entschieden

    LG Jingeljangel
    Colorfulbeautyblog.wordpress.com

    Gefällt 1 Person

    • makeupinflight schreibt:

      Dankeschön. 🙂 Hehe, das ist toll, jedoch gibt es viele Menschen, die das tatsächlich denken. Gerade deswegen ist es so wichtig, klar zu machen, für was wir eigentlich da sind. Vielleicht wird das ja irgendwann noch was, wir haben viele Quereinsteiger, sogar viele die mit 50 sich beworben haben. 🙂

      Liebe Grüße,

      Nina.

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  3. besassique schreibt:

    Ich wollte früher auch immer Flugbegleiterin werden oder wie ich damals gesagt habe „Sturdess“ 😀
    Ich fliege auch heute noch super gerne, allerdings bin ich zu Heimat verbunden und könnte daher nicht als Flugbegleiterin arbeiten :*
    Super toller Beitrag
    Liebste Grüße
    Sassi

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    • makeupinflight schreibt:

      Hehe witzig 😀 Es gibt sehr viele Teilzeitmodelle und ich würde behaupten ich bin öfter Zuhause als in einem „normalen“ Beruf. 🙂 Ich bin nämlich auch sehr heimatverbunden. 🙂

      Liebe Grüße,

      Nina.

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  4. Diana schreibt:

    Danke für diesen interessanten Beitrag! Ich wusste tatsächlich nicht, wie umfangreich die Ausbildung ist und was ihr alles können müsst. Aber es ist natürlich logisch und wichtig, um für den Notfall gut gerüstet zu sein. Sehr beruhigend zu wissen, dass bei der Auswahl so strenge Kriterien angesetzt werden und dass die Schulung so umfangreich ist.

    Liebe Grüße
    Diana

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    • makeupinflight schreibt:

      Sehr gerne, freut mich, dass du ihn interessant fandest. 🙂 Genau deswegen ist es wichtig, das einmal aufzuzeigen. Ja, die strengen Kriterien haben defintiv ihre Gründe. 🙂

      Liebe Grüße,

      Nina.

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  5. Lena schreibt:

    Hallo liebe Nina
    Das ist ein richtig interessanter Post für jene die den Traumberuf Flugbegleiterin haben. Leider vergessen so viele was das überhaupt für ein anspruchsvoller Beruf ist.
    Ich habe mir tatsächlich überlegt Pilotin zu werden und hätte ich mich auch fast angefangen auf die Prüfung vorzubereiten, hab dann doch angefangen zu studieren. Heute könnte ich mir es nur „noch“ als Hobby vorstellen.
    Alles Liebe Lena

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    • makeupinflight schreibt:

      Danke für dein Feedback! 🙂 Da hast du Recht, es gibt leider sehr viele Leute, die nichts darüber wissen. Pilotin wollte ich auch sehr gerne werden, jedoch ist die Ausbildung sehr hart und vor allem teuer.

      Liebe Grüße,

      Nina.

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  6. Anna schreibt:

    Huhu liebe Nina,

    juhuuu – endlich kommt der Post. Ich finde es super interessant, dass du uns an deinen Erfahrungen als Stewardess teilhaben lässt und hoffe, dass demnächst weitere Beiträge folgen werden. 🙂

    Liebe Grüße

    Anna ❤

    annashines.com

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  7. Dana Magnolia schreibt:

    Liebe Nina

    Das ist ja richtig interessant. Ich muss ehrlich sein, ich habe mir bis jetzt nie Gedanken gemacht über den Beruf oder was ihr alles wissen und können müsst. Dass es nicht so einfach ist an den Job zu kommen war mir aber vorher schon klar. Aber natürlich finde ich das auch gut so. Es ist ja ein Job mit ganz viel Verantwortung.

    Danke für die Reise in deine Berufswelt.

    ❤ Dana

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  8. Madame Keke schreibt:

    Ich wollte tatsächlich auch einmal Flugbegleiterin werden, aber irgendwie ist das alles damals dann im Sande verlaufen, da ich spontan eine Zusage für einen anderen Job gefunden hatte. Bis dahin war mir auch noch nicht bewusst, wie umfangreich die Ausbildung dazu war. Vielleicht habe ich deshalb bis heute immer noch eine besondere Sympathie für Flugbegleiterinnen & wenn ich sie sehe macht mich das irgendwie immer glücklich. 🙂

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